Die Signatur ist auf der auf der Brüstung angebrachten Kartusche sichtbar: «IOANNES BELLINVS P». Trotzdem hatte der schlechte Erhaltungszustand vor der 2008 durchgeführten Restaurierung Zweifel an der Autographie aufkommen lassen, die nun sicher ist und sich auf die Jugendzeit von Giovanni Bellini um 1455 bezieht. Tatsächlich gibt es noch Spätgotik Bildmotive, die er von seinem Vater Jacopo geerbt hat, wie die hauchdünnen Finger der Madonna oder die kostbaren goldenen Punkte im Mantel. Gleichzeitig weisen jedoch der zerknitterte Vorhang der Gewänder und die geschwollenen und fast skulpturalen kleinen Hände des Kindes auf den Einfluss von Giovannis Schwager Andrea Mantegna hin, der 1453 die ältere Schwester der Bellini, Nicolosia, geheiratet hatte. Die beiden Figuren tauchen vor einem dunklen Hintergrund auf, drapiert und belebt durch das Vorhandensein einer Bordüre und einer Perlenreihe, die den Heiligenschein der Madonna durchschneidet. Durch den ausgewogenen Einsatz von Hell-Dunkel und die Einführung des architektonischen Elements der Brüstung wird eine perspektivische Verbindung zwischen dem Benutzer und dem Andachtsbild hergestellt. Das Werk wurde in der Nacht vom 10. auf den 11. Mai 1970 gestohlen und 1974 vom Kern der Carabinieri zum Schutz des kulturellen Erbes ohne Rahmen an das Museum zurückgegeben. Der Tisch von 1980 ist im ersten Raum der Pinacoteca Malaspina ausgestellt, ein einzigartiges und kostbares Stück.